Palästinensischer Fotograf stellt zur Nacht der Kunst aus

„Kleine Olsenbande“© Mahmoud Dabdoub; 1985
„Kleine Olsenbande“© Mahmoud Dabdoub; 1985

Zur 10. Auflage der Nacht der Kunst, am 7. September 2019, stellte der palästinensische Fotograf Mahmoud Dabdoub seine Fotos aus den letzten Jahren der DDR im Berufsförderungswerk Leipzig (BFW Leipzig) aus. Komplettiert wurde die Ausstellung durch Arbeiten von Ausbildern und Rehabilitanden der Bildungseinrichtung.

Nach drei Jahren Pause war das BFW Leipzig wieder zur Nacht der Kunst auf der Georg-Schumann-Straße vertreten. Zur 10. Auflage des Kunstfestivals auf Leipzigs längster Straße lud das BFW Leipzig zu einer Ausstellung mit Fotografien, Malerei und Musik in seine Räumlichkeiten auf dem Gelände des Sozialversicherungszentrums ein.

„Leipzig zwischen Gestern und Heute“ hieß die diesjährige Ausstellung. Eingeladen wurden dazu der in Leipzig lebende palästinensische Fotograf Mahmoud Dabdoub sowie Künstlerinnen und Künstler aus dem BFW Leipzig, die sich in ihrer Freizeit mit Malerei und Fotografie beschäftigen.

Mahmoud Dabdoub ist seit Mitte der 80-er Jahre Wahlleipziger und beobachtet seither die Entwicklungen in seiner neuen Heimatstadt sowie in Deutschland, aber auch in seiner geliebten Heimat Libanon. Mit seinen Fotografien aus den Zeiten vor der politischen Wende in der DDR wird er die Ausstellungsflächen im BFW Leipzig füllen.

Vom Gestern zum Heute

Blick vom Fockeberg II; Öl auf Leinwand, 90 cm x 60 cm, 2009 © Thomas Oberbuchner
Blick vom Fockeberg II; Öl auf Leinwand, 90 cm x 60 cm, 2009 © Thomas Oberbuchner
Südfriedhof © Fanny Meyer
Südfriedhof © Fanny Meyer
Beifahrer © Ellen Lwow
Beifahrer © Ellen Lwow

Die Ansichten des Gestern wurden ergänzt durch aktuelle Kunstwerke, dem Heute. Die Bilder von Hobbykünstlern aus dem BFW Leipzig sind in der Freizeit entstanden. Dabei stellten die Arbeiten von Thomas Oberbuchner, Ausbilder bei den Mediengestaltern, eine besondere Sichtweise nicht nur auf die Motive, sondern auch auf die Art der Präsentation dar. Es wurden Hochleistungsscans von Ölgemälden auf Papier gebracht, die einen realistischen Eindruck vermittelten.

Weiterhin waren Fotografien zweier Teilnehmerinnen zu sehen, die sich in Ihrer Freizeit der Leidenschaft Fotografie widmen. Beide, zukünftige Mediengestalterinnen, zeigten ihre Sichten, auch Ansichten der Stadt Leipzig und beeindruckten durch die Schärfe sowie die Farbenfreude ihrer Bilder.

Fanny Meyer, 30, ist leidenschaftliche Fotografin aus Halle/Saale und lässt Imogen Cunningham für sich sprechen: „Welches meiner Fotos mein Favorit ist? Das, was ich morgen machen werde.“

Ellen Lwow, 22 nähert sich leiser an die Motive und kommt dadurch ihren Objekten sehr nahe.

Von allen Künstlern aus dem BFW Leipzig waren ausschließlich Kunstdrucke zu sehen. Diese wurden während der Ausbildung erstellt, weil man daran üben kann, wie sich ihr Handwerk später in der Praxis bewähren wird.

Die Ausstellung im BFW Leipzig stieß auf großes Interesse bei den Besuchern der diesjährigen Nacht der Kunst. Nicht nur die Ansichten aus dem grauen Alltag der DDR des Fotografen Mahmoud Dabdoub, sondern auch die farbenprächtigen Gemäldedrucke von Thomas Oberbuchner und die Fotografien der beiden Teilnehmerinnen. Besonderer Hingucker war die Aufnahme des Schäferhundes im Seitenwagen des Oldtimer-Motorrades, den viele Passanten aus ihrem Alltag auf der Georg-Schumann-Straße wiedererkannten.