2012

Auftakt mit Grafiken von Werner Tübke

Nacht der Kunst war Erfolg für BFW Leipzig

Brigitte Schellenberger-Tübke (r), Witwe von Werner Tübke, im Gespräch mit Gästen
© M. Lindner, BFW Leipzig

Die erste Teilnahme an der Nacht der Kunst auf der Georg-Schumann-Straße am 8. September 2012 erwies sich als großer Erfolg. Nahezu 130 Besucher schauten sich die ausgestellten Lithographien von Werner Tübke an. Dem lyrisch-musikalischen Abend der Leipziger Gruppe Farbenspiel folgten im Bistro des Hauses über 50 Zuschauer.
Besondere Ehre wurde dem BFW durch die Teilnahme von Brigitte Tübke-Schellenberger, der Witwe des 2004 verstorbenen Künstlers zu Teil. Sie sowie die Mitarbeiterin der Tübke Stiftung Leipzig Claudia Wendt konnten den Gästen nähere Einblicke in Arbeit des großen Leipziger Künstlers und Mitbegründers der Leipziger Schule vermitteln. So konnten auch teilweise inhaltliche Fragen zu den einzelnen Bildern sowie zur Technik der Lithografie geklärt werden.
Die ausgestellten Bilder waren größtenteils Unikate, die so nur noch auf Ausstellungen gezeigt werden. Werner Tübke schuf diese Arbeiten oftmals als Abrundung des Arbeitstages in den Abend- und Nachtstunden oder ließ sich auf seinen Reisen wie in die Toskana von dortigen Erlebnissen inspirieren. Frau Tübke-Schellenberger erzählte, dass er mit dem Zeichnen den Bogen über sein Leben spannte. Er begann mit sieben Jahren seine „Karriere“ mit ersten aufsehenerregenden Zeichnungen und beschäftigte sich in den letzten Lebensjahren wieder damit. Viele seiner Arbeiten sind in der Dauerausstellung der Tübke Stiftung Leipzig in der Springerstraße 5 (Öffnungszeiten immer samstags von 10 – 14 Uhr) zu sehen und werden durch die Mitarbeiterinnen persönlich erklärt. Die im gleichen Haus ansässige Galerie Schwind stellt ebenfalls immer wieder Werke von Tübke aus.
Die Ausstellung mit den Werken von Werner Tübke ging dankenswerterweise auf die Unterstützung der Tübke Stiftung Leipzig und der Vorsitzenden des Stiftungsrates und Witwe des 2004 verstorbenen Künstlers Brigitte Tübke-Schellenberger sowie der Galerie Schwind zurück. Die Staffeleien zur Ausstellung stellte das Immanuel Kant Gymnasium Leipzig dem BFW Leipzig zur Verfügung.
Die Nacht der Kunst wurde abgerundet durch den Auftritt des Leipziger Quartetts Farbenspiel. Die jungen Musiker, die sich in der Freizeit zum gemeinsamen Musizieren zusammengefunden haben, interpretierten musikalisch Texte namhafter Literaten von Hessen bis Tucholsky auf ihre Weise. Mal leise, mal rhythmisch und immer sehr gefühlvoll gestaltete die Gruppe eine gute dreiviertel Stunde mit ihrer Musik und kamen damit auch an die Grenzen ihres eigenen Repertoires. Sängerin Julia Jünger, die selbst Kunst an einer Leipziger Grundschule lehrt, zeigte sich im Anschluss sichtlich gerührt von der intimen Stimmung, die im Bistro des BFW Leipzig herrschte.
Mit der Veranstaltung zur Nacht der Kunst wurde gleichzeitig die Aula des BFW wieder eröffnet. In dem großen Mehrzweckveranstaltungsraum wurde über die Sommermonate eine Klimaanlage sowie eine neue Multimedia- und Audioanlage eingebaut. Damit möchte das BFW Leipzig mit seinen Angeboten für Tagungen und andere Veranstaltungen in diesem Raum für eine modernere Atmosphäre sorgen.