Leipzig liest im BFW: Märchenstunde begeisterte und Hörbuchnacht verführte zu mehr

Zu allen drei Veranstaltungen fand sich ein großes interessiertes Publikum
© M. Lindner, BFW Leipzig

Wieder einmal war das BFW Leipzig einer von über 400 Leseorten in Leipzig und näherer Umgebung während der diesjährigen Leipziger Buchmesse. Dieses Mal standen drei Lesungen am 13., 14. und 15. März auf dem Programm.
Mit Gedächtnistraining sollte der erste Abend am Donnerstag, dem Eröffnungstag der traditionellen Buchmesse, beginnen. Vielleicht lag es am Wetter, am Fußball oder am Thema, dass sich nur wenige Gäste einfanden, um zu lernen wie man richtig lernen kann. Jens der Denker, alias Jens Seiler hatte trotzdem versucht, seine Trickkiste voller Tipps zum besseren Lernen zu öffnen. Wahrlich überzeugen konnte er an diesem Abend nicht alle. Ganz anders stellte sich der Freitagabend dar. Märchen für Erwachsene auf Sächsisch. De Biedsch´n, altes sächsisches Original, das Schauspieler Jürgen Fliegel an Figuren von Lene Voigt anlehnte, begeisterte nicht nur durch freche Sprüche im breitesten Sächsisch, sondern auch durch die Art des Vorlesens aus dem Buch von Silvia Sachse „Es war einmal in Sachsen“. In ihrem Erstlingswerk adaptierte die ehemalige Teilnehmerin im BFW Märchen der Gebrüder Grimm in die Neuzeit. Unterstützt wurde sie von ihrem ehemaligen Ausbilder Thomas Oberbuchner, der die Illustrationen dazu schuf. Sogar die Vertreter der Lene-Voigt-Gesellschaft zeigten sich von dem Abend begeistert und knüpften zur Autorin und zum Schauspieler Kontakte für weitere Projekte. Eines könnte perspektivisch sogar ein Hörbuch sein.
Hörbücher stehen mittlerweile nicht nur in den Regalen aller Buchhandlungen, sondern gehören neben den E-Books zu den modernen Formen des Bücherkonsums. Am Samstag folgte das BFW gemeinsam mit „Der Audio-Verlag“ diesem Trend und lud zur Hörbuchnacht ein. Auf Bambusliegestühlen des Leipziger Beachclubs „La Playa“ ließen sich die Zuhörer nieder und lauschten den Klängen, die von der Bühne des Auditoriums herüber kamen. Es erwies sich als eine gute Mischung, dass Musikschülerinnen der Musikschule „Johann Sebastian Bach“ Leipzig den Abend eröffneten und für die musikalischen Zwischentöne auf Querflöten sorgten. Passend zum Filmstart von Jussi Adler-Olsens „Erbarmen“ wurde die Hörbuchvariante an diesem Abend eingespielt. Diesem Thriller schlossen sich weitere Krimis an. So standen Lauren Beukes „Shining Girls“, Christin Terrills „Zeitsplitter“ und „Golem und Dschinn“ von Helene Wecker auf dem Hörbuchprogramm. Die bequeme Sitzhaltung und die Auswahl der 20minütigen Ausschnitte regten den Wunsch der Zuhörer auf mehr. Doch dafür war die Zeit zu kurz.